Okay, ich habe eine Idee, die ich mit diesem Weblog umsetzen möchte. War ganz einfach, WordPress aufzusetzen… Worum geht’s? Das sage ich Euch später, wenn ich meine Geschichte erzählt habe! Das, was ich vorhabe, basiert nämlich darauf.
Ich interessiere mich für HipHop seit 1986, mit einigen Unterbrechungen also seit ca. 22 Jahren. Das ist für die meisten von euch Headz eine laaange Zeit vorbei. Einige von Euch waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Klumpen genetischer Code im Sack eures alten Herren. Angefangen hat es für mich anno ‘84, ich war 11 Jahre alt und bekam ein Tape von einem älteren Freund in die Hand gedrückt, der damals als DJ in der Diskothek “Panoptikum” in Braunschweig auflegte: Trouble of Funk stand auf der A-Seite geschrieben, More Trouble of Funk auf der anderen. Ich legte die Kassette in meinen Rekorder und hing sofort wie der Fisch am Haken. Rhythmus pur: Beats, Raps… der Vibe war da und mir war klar, dies alles war einfach wunderbar. Diese Musik sollte der Soundtrack für meine ersten Sackhaare und meine schmerzenden Pickel sein. Ich verstand damals zwar kein einziges Wort von dem, was dort gerappt wurde, konnte aber eine buchstabierte Hookline entziffern: K.U.R.T.I.S. B.L.O.W. – “Die Message” war klar und rein musikalisch. Dass das ganze Tape mit Dialog-Skits aus Wild Style unterlegt war, checkte ich erst viel später. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich den Film nicht einmal…
Es ging langsam los. Westdeutsches Vorstadtkid geht in den Plattenladen. Kauft sich Run DMC “Raising Hell” vom Taschengeld, wünscht sich Beastie Boys “License to Ill” zu Ostern ‘86, bekommt ein klanglich total verwanztes Salt’N'Pepa-Tape von der afro-amerikanischen Austauschschülerin aus Memphis, die selber rappte. Es folgten De La Soul, Tone Loc, 3rd Bass, Gang Starr, EPMD, A Tribe Called Quest – die klassisch-westdeutsche, Ende 80er/Anfang 90er Jahre Rap-Sozialisation. Und dazu kam Deutschrap: Advanced Chemistry mit “Fremd im eigenen Land”. Die deutsche Sprache als Schlüssel zur eigenen HipHop-Identität. Auch das erste Album der Fantastischen Vier “Jetzt Geht’s los” war dabei, und ich fühlte mich köstlich amüsiert. Cora E., Weep Not Child, Lyrical Poetry aus Bremen, [Em:Zeh] aus Köln und die Beobachtung der sich entwickelnden lokalen Szene: State of Departmentz, Such A Surge, Phase V, MC Rene… Lokalpatriotismus machte sich breit: Braunschweig auf die HipHop-Landkarte!!! Selber etwas machen? Dafür war ich zu schüchtern. Schließlich war ich aus einem wohl behüteten Vorort der Stadt, ging auf’s Gymnasium und meine Tropfenbrille sprach nicht gerade von modischem Bewusstsein. Da blieb nur das Bühnenmikro in der Aula der Schule. Am Nachmittag, wenn keiner mehr da war ein bisschen Beatboxen… am liebsten mit dem Rücken zum leeren Saal.
Ich wurde dem HipHop jedoch auch immer wieder untreu. Zu interessant waren die anderen Strömungen: Punk Rock, Alternative, Jazz, Folk, Techno… Abgesehen davon fixte mich der Switch zur Westcoast überhaupt nicht an. Ich war so sehr Eastcoast und so Oldschool orientiert, dass mir der Gangstershit von Easy E, Dr. Dre, Snoop Dogg, der ganze Eastcoast-Westcoast-Beef usw. extrem am Arsch vorbei ging. Hamburg und Stuttgart kamen und gingen. Es folgten Jahre mit Indepentent-Rock: Dinosaur Jr., Pixies und den Einstürzenden Neubauten. ‘96 sah ich dann auf MTV M-Beat feat. General Levy mit “Incredible” – und verbrachte die nächsten Jahre voll auf Jungle und Drum’n'Bass. Aber so richtig aus den Augen verloren habe ich HipHop doch nie. Ab 1997 schrieb ich für ein Braunschweiger Stadtmagazin im weiterem Sinne über Breakbeats und somit auch über HipHop: über den Battle of the Year, über Großrazzien der Bahnpolizei bei den regionalen Sprayercrews, machte Interviews u.a. mit Ice Cube, Spax, den Flying Steps, den South Side Rockers, Akim Walta von From Here To Fame und schrieb eine Menge CD-Rezensionen. Alle Artists, die gerade für ihr jüngstes Produkt auf Promotion waren, wurden mit einem redaktionellen Beitrag bedacht. 100 Prozent werbefinanziert. Nicht zu kritisch, denn schließlich wollte man es sich mit den Labels und Vertrieben nicht verderben und von der Bemusterungsliste gestrichen werden. Vom Game sprach zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand.
Aber auch neben der (vermeintlich) journalistischen Tätigkeit, kreuzte HipHop immer wieder meinen Weg. All das werde ich jedoch im zweiten Teil dieses Vorworts aufschreiben – im Vorwort (II): Back to the Present…









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Geschrieben vom Ecoluddit
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