Im Jahre 2006 hatte ich durch eine Empfehlung von Philipp Gässlein das Debütalbum von CHS “Bildlich Gesprochen” über HHV käuflich erworben. Das Album traf mit seiner leicht monotonen, aber scharfen Reimstimme von CHS und den sentimental angehauchten, selbstproduzierten Beats seines Alter Ego Osten Powers genau einen Nerv in mir. Es war ein Album, das randvoll mit Storytelling und Deepness war, so wie ich es zu jenem Zeitpunkt lange nicht mehr zu hören bekommen hatte. Und es ist auch heute noch ein Album, welches nichts an seiner Qualität über die Zeit verloren hat. Auch nach knapp vier Jahren habe ich es noch auf meinen (mittlerweile zweiten) iPod und ich höre es immer wieder gerne.
Was lag’ näher, als mit CHS Kontakt aufzunehmen und ihn für ein Interview zu gewinnen. Nun liegt Düsseldorf nicht in nächster Nachbarschaft von Berlin, aber irgendwann kam von dem gebürtigen Nordhausener Rapper eine Email in mein Postfach geflattert. Er hatte im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Toningenieur in meiner Stadt zu tun, und schnell war einen Interviewtermin auf der Bergmannstraße in Kreuzberg verabredet.
Was würde mich dort für ein Mensch zum Interview erwarten? Wie ist jemand drauf, der so tiefsinnige Texte aus seiner Feder presst, so dass man sich beim Zuhören fast hinsetzen muss, um konzentriert den Worten zu folgen und ja nichts zu verpassen…?! Bekannter Maßen wählen sich Menschen oftmals genau den gegenteiligen Charakter für ihre Künstlerpersönlichkeit aus. Und der Mensch, der mir gegenüber stand, zeigte sich mir als ein freundlicher und umgänglicher Charakter, mit dem es wirklich Spaß machte nahezu drei Stunden lang über Sampling, Beatproducing, das Diggen von Vinyl und Mikrofonierung zu fachsimpeln. Aber hört selbst…
Das geplante zweite Album zusammen mit Rheza am Mic ist zwar schon schon seit langem angekündigt, soll aber nun wirklich noch 2009 rauskommen. CHS ist gerade beim Mischen der letzten Tracks. Und die Beats in Hintergrund des Interviews sind – wie sollte es anders sein – von Osten Powers höchstpersönlich zum Interview beigesteuert worden.
PS.: Das Thema “Mikrofonierung” musste leider der begrenzten Zeit weichen, aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass die Vocals von “Bildlich Gesprochen” mit einem Neumann U 87 in einem umgebauten Billyregal als Gesangskabine aufgenommen wurden und dass das Shure SM 7 einfach ein super Allrounder ist. Technerds of the world, unite! Der Ecoluddit.
Ausgewählte Links:
- Public Enemy (Wikipedia) (Myspace) (Homepage)
- Dynamite Deluxe (Wikipedia) (Myspace) (Homepage)
- Ruhrpott AG (RAG) (Wikipedia) (Myspace)
- Rheza (Myspace) / Sönke Schramm (Myspace)
- Custom Made (Wikipedia) (Myspace) (Homepage)









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Tja, ich mag den Burschen seit seinem Deputalbum – und das Interview verfestigt meine Ansicht über ihn!
Und:
HipHop ist…Platten diggen und aus Soul und Funk neue Werke erschaffen. So einfach – und so viel Liebe dabei…
Danke.
Das Album (und die Musik von Herr von Grau) hat mich davon überzeugt, dass deutscher Hip Hop doch noch nicht tot ist. Ich warte schon auf die nächste Scheibe, die hoffentlich genau so Deep ist wie “Bildlich gesprochen”…
gutes interview, hat mein interesse erweckt.